Pflegende Angehörige, abgelehnte Pflegestufe und Widerspruch

Heute beschäftigt mich das Thema Pflegestufe. Wenn Statistiken uns erklären, wieviel Menschen auf Pflege angewiesen sind, ist von den Menschen die Rede, die bereits eine Pflegestufe haben. Dies sind laut Herr Gröhe aktuell 2,6 Millionen Menschen, Tendenz für 2030 3,5 Millionen.

Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden vom größten Pflegedienst Deutschlands gepflegt, nämlich den Angehörigen. Was diese Menschen leisten, ist mit Geld gar nicht zu bezahlen. Und darum geht es den Angehörigen auch nicht. Sie leisten tagein tagaus ehrenamtlich eine gesellschaftlich wertvolle Arbeit und tun dies manchmal bis zur Erschöpfung… und manchmal auch ohne Pflegestufe. Diese wurde vielleicht schon mal beantragt aber abgelehnt. Es gibt auch Familien, die von Pflegestufe noch nie was gehört haben. Wenn man was nicht weiss, kann man es auch nicht beantragen.

Ich denke es ist im Sinne von uns allen, wenn die Menschen auch im Alter ordentlich versorgt werden und das jeder das Recht hat, seine Pflegestufe und die dazugehörigen Leistungen in Anspruch zu nehmen. An dieser Stelle setzt meine Pflegepraxis 2.0 an. Durch das Internet ist es möglich, Menschen zu informieren und (hoffentlich unterhaltsam;) ) zu beraten, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche.

Jeder der Fragen zu dem Thema Pflege hat, kann jederzeit online gehen. Es gibt in diesem Bereich auch schon viele Angebote, auch das Bundesministerium hat eine gute Website, aber ich glaube die Informationen müssen noch etwas mehr individualisiert und vor allem enttabuisiert werden.

Die Pflegestufe ist ein wichtiger Schritt, um Pflegeleistungen zu erhalten. Das Beantragen ist formal nicht schwer. Aber die gepflegten Menschen möchten manchmal einfach „noch“ keine Pflegestufe, weil sie sich in ihrem Selbstwertgefühl angegriffen fühlen. Oder weil sie denken, sie möchten keine Leistungen vom Staat und schaffen alles noch allein. Ich weiss um diese Argumentationen in den Familien und das manchmal richtig Überzeugungsarbeit von pflegenden Angehörigen geleistet werden muss, damit sie eine Pflegestufe beantragen „dürfen“. Und wenn dann der Gutachter kommt, kann der Gepflegte plötzlich Handgriffe, wo er eigentlich immer Hilfe benötigt. Der Gutachter geht und es gibt evt. keine Pflegestufe. Das ist an dieser Stelle dann schade, aber man kann ja einen Widerspruch stellen.

Leider hilft es nicht, einen einfachen Musterbrief aus dem Internet zu laden. Man muss dann schon genau darstellen, warum der Gepflegte doch eine Pflegestufe benötigt. Die Pflegekassen senden dazu einen Vordruck für ein Pflegetagebuch. Ein Pflegetagebuch zu schreiben ist sinnvoller als einen Musterbrief, aber sehr aufwendig. Es ist wirklich ratsam, an dieser Stelle einen Fachmann/frau (Pflegepraxis2.0, Pflegestützpunkt, Pflegedienst) hinzu zu ziehen. Sonst gehen Ihnen wertvolle Leistungen verlohren, denn nachträglich gibt es nichts.

Ich biete an, einen individuellen Widerspruchfür Ihre Pflegestufe zu schreiben, natürlich gehört ein ausführliches Gespräch und bestenfalls Hausbesuch zum Kennenlernen des Pflegebedürftigen dazu. Meine Erfahrungen mit individuellen Widersprüchen sind durchweg positiv, wenn sie berechtigt sind. Vor allem ist es wichtig, alle Unterlagen über den Krankheitsverlauf zu besorgen. Dafür bemüht man den Hausarzt und Fachärzte, ganz wichtig sind Krankenhausberichte und natürlich das Pflegegutachten!
Ich weiss, diese Abläufe sind schwere Kost. Aber es lohnt sich wirklich, die Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen. Die pflegenden Angehörigen sind eine stark belastete Gruppe und brauchen Entlastung und Unterstützung. Damit Sie auch morgen noch liebevoll für Ihre Angehörigen da sein können. Vielen Dank fürs Lesen 😉 Und weitersagen 🙂

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